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Seerecht
Hamburg ist der zentrale Standort der Seeverkehrswirtschaft in Deutschland. Zum hiesigen "maritimen Cluster" gehören nicht nur weltweit erfolgreiche Reedereien sowie eine prosperierenden Hafenwirtschaft. Hamburg ist als bedeutendes maritimes Dienstleistungszentrum u.a. auch Sitz der weltweit führenden Schiffsfinanzierer und einer auf die Belange der maritimen Wirtschaft ausgerichteten, spezialisierten Rechtsberatung. Zudem ist Hamburg Sitz des Internationalen Seegerichtshofes wie auch führender maritimer Verbände und Behörden. Hamburg ist schließlich ein einzigartiger Standort interdisziplinärer maritimer Forschung, was sich etwa in der Existenz der 'International Max Planck Research School for Maritime Affairs at the University of Hamburg' ausdrückt, die erstrangige naturwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Forschung zu maritimen Fragen mit seerechtlicher Forschung zusammenführt. Es ist daher für die Stadt von größter Wichtigkeit, dass Fragen des See- und Seehandelsrechts schwerpunktmäßig am Standort Hamburg betrieben werden, um Belangen der maritimen Wirtschaft, aber auch der stetig steigenden Bedeutung des Meeresumweltschutzes gerecht werden zu können. Ausdruck dieser Logik war bereits vor drei Jahrzehnten die Gründung des Instituts für Seerecht und Seehandelsrecht der Universität Hamburg.
Die bedauerliche Einsparung der Professur für öffentliches Seerecht an der Universität Hamburg hat der Verein Rechtsstandort Hamburg e.V. zum Anlass genommen, den Aufbau hinreichender wissenschaftlicher Strukturen für das öffentliche Seerecht einzufordern und voranzutreiben. Ziel ist es, ein leistungsfähiges Kompetenzzentrum im Bereich des Seerechts zu etablieren, damit Forschung und Lehre in diesem für die Stadt Hamburg enorm wichtigen Bereich dauerhaft verankert und weiter ausgebaut werden können. Das Kompetenzzentrum soll als Fortentwicklung des jetzigen Instituts für Seerecht und Seehandelsrecht Teil der Universität Hamburg sein. Mit Hilfe eines solchen Kompetenzzentrums könnten die einzigartigen Chancen des Standortes Hamburg genutzt und auch der Bedarf der maritimen Wirtschaft an qualifizierter Beratung und akademischer Begleitforschung angemessen und nachhaltig abgedeckt werden.
Ein neu zu gründendes Zentrum für Seerecht könnte die Forschung und Lehre zu Fragen des Seerechts, insbesondere unter Berücksichtigung der Anforderungen der maritimen Wirtschaft, bündeln und stärken und ein weithin sichtbares Kompetenzzentrum für dieses Themenfeld schaffen. Durch einen möglichst engen Praxisbezug könnte auch die praxisfremde Trennung zwischen Privatrecht und Öffentlichem Recht im Bereich des See- und Seehandelsrechts weiter überwunden werden. Dies wurde am Institut für Seerecht und Seehandelsrecht der Universität Hamburg in der Vergangenheit bereits erfolgreich praktiziert. Ein institutionalisierter enger Dialog zwischen Wirtschaft und Forschung erleichtert es, Forschung und Lehre im Bereich des Seerechts an den Interessen und Belangen der Praxis auszurichten. Ziel ist es, das Zentrum fachübergreifend durch juristische, ökonomische und naturwissenschaftliche Kompetenzen, die am Standort Hamburg in vielfältiger Weise vorhanden sind, zu ergänzen, um durch eine Bündelung und Verzahnung der Angebote und Expertise für die Seeverkehrswirtschaft wichtige Fragestellungen umfassend behandeln zu können. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Seerecht und Seehandelsrecht der Universität Hamburg, dem Internationalen Seegerichtshof und der Internationalen Stiftung für Seerecht könnten bereits vorhandene Angebote, wie etwa die erfolgreiche 'Summer Academy' der Internationalen Stiftung für Seerecht, weiterentwickelt werden.
